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Journal (Komplette Ausgabe eines Zeitschriftenheftes) zugänglich unter
Zur Notwendigkeit und Methodologie prozessual verstandener Sozialforschung : am Beispiel der Erforschung zwischenbetrieblicher Kooperation
Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Wehner, Theo; Endres, Egon
URN: urn:nbn:de:bsz:291-psydok-4606
URL: http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2005/460/
Quelle:
(1996) Harburger Beiträge zur Soziologie und Psychologie der Arbeit, Nr. 13, 1996, ISSN 0944-565X
pdf-Format:
Dokument 1.pdf (150 KB)
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SWD-Schlagwörter:
Organisationspsychologie , Kommunikation
Institut 1:
Harburger Beiträge zur Psychologie und Soziologie der Arbeit
Institut 2:
Technische Universität Hamburg-Harburg
DDC-Sachgruppe:
Psychologie
Dokumentart:
Journal (Komplette Ausgabe eines Zeitschriftenheftes)
Schriftenreihe:
Harburger Beiträge zur Soziologie und Psychologie der Arbeit, ISSN 0944-565X
Bandnummer:
13
Sprache:
Deutsch
Erstellungsjahr:
1996
Publikationsdatum:
01.03.2005
Kurzfassung auf Deutsch:
Das interpretative Paradigma in den Sozialwissenschaften
Wirklichkeit und Kommunikation
Bis heute haben Wissenschaftler aller Disziplinen keine Antwort auf die
existentielle Frage, ob es eine Realität außerhalb der menschlichen Wahrnehmung
gibt oder wie diese beschaffen ist. Erkenntnistheoretische Auseinandersetzungen
um dieses Problem drehen sich daher auch weniger um dessen eindeutige
Entscheidung, als vielmehr darum, wie man mit der Nicht-Entscheidbarkeit dieser
Frage umgeht: "Wenn die Naturwissenschaft nicht mehr von überzeitlichen,
universellen Gesetzen spricht, sondern stattdessen zeitliche, soziale oder lokale Bezüge herstellt, dann kann man nicht mehr von etwas Wirklichem hinter der Naturwissenschaft sprechen, das sich in ihr ausdrückt", zitiert Ilya Prigogine, Chemie-Nobelpreisträger 1977, in seinem Vorwort zu Coveney/Highfield (1992, S.10) die Organisatoren einer Konferenz der Nobelpreisträger in St. Peter, Minnesota, 1989. Da auch Wissenschaftler Menschen sind, beruhen auch deren Erkenntnisse auf menschlicher Beobachtung und ihre Überführung in kollektiv anerkannte Wissensbestände auf menschlichen Kommunikationsprozessen. Für die Sozialwissenschaften ist daher die Übereinkunft folgerichtig, daß zumindest das, was Menschen für die Wirklichkeit halten, aus Kommunikation besteht (vgl. Watzlawick, 1976). Es kann und soll hier nicht geklärt werden, ob es eine unabhängige äußere Realität gibt, sondern wie sich diese Realität im Denken und Handeln der Menschen in bestimmten Erfahrungskontexten niederschlägt. In diesem Beitrag geht es darum, die Voraussetzungen für die Erforschung
menschlichen Zusammenlebens, insbesondere menschlichen Handelns in und
zwischen Organisationen zu skizzieren. Er geht dazu von besagtem
konstruktivistischen Axiom aus, daß Realität das ist, was Menschen über die von
ihnen vorgefundene Wirklichkeit denken und kommunizieren. Das bedeutet, daß
soziale Realität sich mit den ablaufenden Deutungs- und Kommunikationsprozessen
verändert. Es bedeutet nicht, daß jeder Kommunikationsakt Realität
verändert, subjektive und intersubjektive Interpretationen durchlaufen
vielschichtige Vermittlungsschleifen, bis sie gleichsam gesellschaftlich geteilte(objektivierte) Gültigkeit erlangen. Objektivität ist folglich nur innerhalb eines bestimmten Fragehorizontes und damit in einem historisch und kulturell bestimmten Kontext zu erlangen.
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