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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:291-psydok-4822
URL: http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2005/482/


Die Situation des Fahrens : phänomenologische und ökologische Perspektiven der Psychologie

Dick, Michael

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Kumbruck, Christel ; Dick, Michael

Quelle: (2001) Harburger Beiträge zur Soziologie und Psychologie der Arbeit, Nr. SB 03, 2001, ISSN 0944-565X
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SWD-Schlagwörter: Kraftfahrzeug , Fortbewegung , Psychologie
Institut 1: Harburger Beiträge zur Psychologie und Soziologie der Arbeit
Institut 2: Technische Universität Hamburg-Harburg
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Schriftenreihe: Harburger Beiträge zur Soziologie und Psychologie der Arbeit, ISSN 0944-565X
Bandnummer: SB 03
Hauptberichter: Wehner, Theo (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.09.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 03.03.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Die nachhaltige Sicherung der individuellen Mobilität ist ein kritischer Faktor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung postindustrieller Gesellschaften. Interdisziplinäre Forschungsanstrengungen werden besonders in den Verkehrswissenschaften, der Stadtplanung, den Informations- und Sozialwissenschaften unternommen. Sie gehen allgemein davon aus, dass Mobilität mehr ist als der Transport von Personen und Gütern. Andererseits dominiert im Anwendungsbezug eine instrumentelle Sichtweise, die das Fahren auf ein Mittel zum Zweck reduziert. Die vorliegende Arbeit erforscht dieses "Mehr" anhand der Erfahrungen und subjektiven Bezugssysteme der mobilen Akteure.
Im Mittelpunkt steht das Fahren als individueller und kultureller Ausdruck von Mobilität. Es wird als eigenständige und eine sich selbst verstärkende Tätigkeit aufgewiesen. Die phänomenologische Perspektive bietet sowohl theoretisch als auch methodisch einen geeigneten Zugang um zu verstehen, was Fahren den Fahrenden bedeutet. Das Fahren wird von seiner leiblichen und sinnlichen Grundlage aus erschlossen, worin auch die fundamentale Unterschiedlichkeit zwischen Auto und Motorrad auf der einen und öffentlichen Verkehrsmitteln auf der anderen Seite liegt. Das Erleben von Raum und Landschaft unterstreicht dieses. Methodisch wird das alltägliche Erleben der Fahrenden in den Blick genommen, das narrative Gridinterview wird als eigenständiges empirisches Verfahren hierzu eingeführt.
Mit der ökologischen Perspektive wird der Fokus auf die Frage der Möglichkeiten und Bedingungen ökologischen Handelns gelegt. Die Arbeit zeigt, dass Umweltbewusstsein als soziale Repräsentation keineswegs mit individuellen Handlungsorientierungen einhergeht. Grenzen und Möglichkeiten für die Transformation des umweltsensiblen öffentlichen Bewusstseins in individuelles Handeln werden diskutiert.
Im Vergleich verschiedener Forschungsrichtungen und der eigenen Empirie zeigt sich, dass weder der pädagogische noch der technologische Diskurs die Tätigkeit des Fahrens ausreichend berücksichtigen. Hingegen liefert die kulturwissenschaftliche Forschung wichtige Ansatzpunkte, um individuelle, erfahrungsbasierte Bedeutungen des Fahrens zu verstehen. Diese Erkenntnisse werden in mehreren Modellen des Fahrens verdichtet, die das Phänomen über die Fachgrenzen hinaus aufarbeiten und vermitteln. Insgesamt bieten die dabei aufgefalteten Sinnbezüge sowohl Kriterien für die praktische Gestaltung und Beurteilung von Mobilitätstechnologien als auch einen fundierten psychologischen Beitrag zur interdisziplinären Mobilitätsforschung.
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