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InProceedings (Aufsatz / Paper einer Konferenz etc.) zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:291-psydok-4904
URL: http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2005/490/


Qualitative und quantitative Inhaltsanalyse der Glaubhaftigkeitsbegutachtung unter besonderer Berücksichtigung entwicklungspsychologischer und psychopathologischer Aspekte : ein evaluativer Vergleich vor und nach dem BGH-Urteil

Quality of expert statements concerning the credibility of child sexual abused victims : developmental and psychpathological aspects

König, Cornelia ; Fegert, Jörg M.

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SWD-Schlagwörter: sexueller Missbrauch, Entwicklungspsychologie, Psychopathologie , Qualitative Methode
Freie Schlagwörter (Deutsch): Glaubhaftigkeit, Begutachtung
Freie Schlagwörter (Englisch): sexual abuse, credibility, expert witness, developmental psychology, psychopathology
APA Klassifikation: 3256 , 3253 , 3210 , 3200 , 2840 , 2820 , 2800 , 4230 , 4200
Institut: Keine Einrichtung
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Sonstige beteiligte Institution: Universität Klagenfurt: Institut für Psychologie/ 4. Workshop Qualitative Inhaltsanalyse
Dokumentart: InProceedings (Aufsatz / Paper einer Konferenz etc.)
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 19.04.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Die Kriterienorientierte Aussageanalyse wurde 1999 durch das BGH-Urteil (1 StR 618/98) als Standard für die Glaubhaftigkeitsbegutachtung festgelegt. Im Rahmen einer deskriptiven Qualitätsanalyse schriftlicher Glaubhaftigkeitsgutachten und darin enthaltener Gesprächstranskriptionen vor und nach diesem Urteil wird der Frage nachgegangen, ob sich dieser Standard in der Praxis positiv auf die Qualität der Glaubhaftigkeitsbegutachtung ausgewirkt hat. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Anwendung der Glaubhaftigkeitskriterien in Abhängigkeit von Alter, kognitivem Entwicklungsstand und psychopathologischen Auffälligkeiten der Opferzeugen gelegt. Die Anwendung der im BGH-Urteil geforderten Glaubhaftigkeitskriterien erscheint gerade bei traumatisierten und jüngeren Kindern fraglich. Der für die Anwendung dieser Kriterien nötige Freitext ist gerade bei traumatisierten und jüngeren Opferzeugen aufgrund von Dissoziationen und Verdrängungsmechanismen bzw. mangelndem Entwicklungsniveau nicht zu erwarten. Es wird daher auch untersucht, ob es nach dem BGH-Urteil zu einer systematischen Benachteiligung traumatisierter bzw. sprachlich weniger begabter Opferzeugen in Form von gehäuften Freisprüchen bei Nichterfüllen der hier geforderten Glaubhaftigkeitskriterien gekommen ist.

Die Untersuchung basiert auf einer Stichprobe von 300 schriftlichen Glaubhaftigkeitsgutachten (einschließlich der Urteile) vor dem BGH-Urteil aus den Jahren 1994-1998 des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, die uns aus einem Modellprojekt vorliegen. Die Vollerhebung eines weiteren Jahrganges nach dem BGH-Urteil läuft.

Die Auswertung soll mittels quantitativer und qualitativer Inhaltsanalyse (nach Mayring) der Glaubhaftigkeitsgutachten und darin enthaltener Gesprächstranskriptionen erfolgen. Im vorliegenden Artikel wird das Design und die Methodik vorgestellt.
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