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Aufsatz zugänglich unter
Gefährliche Comics - nur ein Märchen?
URN: urn:nbn:de:bsz:291-psydok-35570
URL: http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2012/3557/
Quelle:
(1992) Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie. - 41.1992, 5, S. 184-188
pdf-Format:
Dokument 1.pdf (1.346 KB)
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SWD-Schlagwörter:
Volkskultur , Comic , Kind , Entwicklung
Freie Schlagwörter (Deutsch):
Folklore , Cartoons , Entwicklung in der Kindheit
Freie Schlagwörter (Englisch):
Folklore , Cartoons (Humor) , Childhood Development
APA Klassifikation:
2750] Mass , 2840 Psych
Collection:
PsyDok / Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie / 41.1992 / Heft 5
Institut:
Keine Einrichtung
DDC-Sachgruppe:
Psychologie
Dokumentart:
Aufsatz
Sprache:
Deutsch
Erstellungsjahr:
1992
Publikationsdatum:
02.04.2012
Kurzfassung auf Deutsch:
Helden-Comics und Zauber-Märchen sind bei Kindern gleichermaßen beliebt. Beide entwerfen Phantasiewelten voller Gefahren und Gewalt, in denen der Held bestehen muß. Es wird diskutiert, ob die Kritik der Realitätsferne und Gewalt nicht nur für das Märchen zurückgewiesen werden kann, sondern auch für das Comic. Beide Medien werden mit folgendem Ergebnis einander gegenübergestellt. Das Comic repräsentiert mit seinem regressiven Sog und dem autarken übermenschlichen Helden die archaische Welt des Narzißmus: unbewußt, entwicklungsfeindlich und konservativ. Gewalt dient der Erhaltung des Urzustandes oder der Rückgewinnung einer harmonischen, „heilen Welt". Die bildhafte Symbolwelt ist aber auch der Urgrund unseres Daseins, zu dem wir immer wieder zurückkehren - sei es im Traum, sei es in einer anderen Bilderwelt. Das Märchen ist als Wortgestaltung progressiver und lösungsorientierter. Es steht überwiegend im Dienste der Ich-Entwicklung. Gewalt wird zum Umsturz der alten Ordnung und zur Erneuerung eingesetzt. Die Aggressionen führen letztlich zur Überwindung des Unbewußten. Der Märchenheld ist kindgerecht. Er strebt nicht nach narzißtischer Einsamkeit und Größe, sondern nach sozialer Zweisamkeit mit Prinz oder Prinzessin. Zum Menschen gehören sowohl progressiv-zukunftsweisende als auch bewahrend-rückwartsgerichtete Strebungen. Für das Kind stehen aber Entwicklungsaufgaben im Vordergrund. So ist das Helden-Comic zwar nur für schwer psychisch-beeintrachtigte Kinder gefährlich. Jedoch ist das Märchen zweifellos förderlicher.
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